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 Betreff des Beitrags: Wenn der Hype zu weit geht...
BeitragVerfasst: So 22 Apr, 2007 19:36 
Piece of Cake
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Es war ja schon immer so, dass einige Bands trotz ihrer famosen Musik auf der Strecke blieben, weil ein paar Medienoberhäupter alles daran setzten, einen einzigen Interpreten in den Himmel zu loben und dabei den Blick für andere Künstler aus den Augen verloren. Gerade jetzt ist das durch Internetz (ja...) und die folglich buntere Mischung verschiedener Klientel leichter geworden, da nun auch noch Onlinemagazine und Diskussionsplattformen hinzukommen, die den Lobpreisungen noch die Krone aufsetzen können.

Auf die entgegengesetzte Weise kann es aber auch gehen, und zwar so, dass die Medien die Veröffentlichungen eines Künstlers niedriger bewerten, als sie es verdient hätten oder, wie gesagt, den Interpreten mit Nichtachtung strafen.

Daher wollte ich mal eine diesbezügliche Diskussion anregen. Welche Bands oder Bandmitglieder halten ihr für über- oder unterbewertet?

Ich persönlich halte diese Emilie Autumn für ein ideales Beispiel dafür, wie sehr man es mit einem Hype übertreiben kann. Die Dame ist Ende letzten Jahres plötzlich mit einem neuen Album aufgekreuzt, und schon gaben die entsprechenden Plattformen keine Ruhe und feierten sie auch schon als Goth Queen o.Ä. ab. Ich bezweifle, dass die Hörproben auf MySpace besonders schlecht ausgewählt wurden, denn bei 4 Liedern zur Zeit muss doch wirklich etwas Brauchbares dabei sein. Ich habe aber nichts dergleichen finden können, das war alles langweilig und nervig wie eh und je. Dabei frage ich mich sogar, ob man sie auch so sehr gehypt hätte, wenn sie auf Fotos nicht immer so puppenhaft morbide posieren würde.

Andererseits ist Janus ein Extremfall in Sachen Negativhype. Während bei anderen Bands die ihnen zugeteilte Aufmerksamkeit ein Fass ohne Boden ist, schaut man bei ihnen hier seltsamerweise sofort weg. Gut, wenn ein neues Album erscheint, kommt vielleicht auch der eine oder andere auf die Idee, ein Interview und etwas Gutes zur neuen Platte zu schreiben, aber ansonsten? Ansonsten kommt da gar nichts, selbst wenn es tatsächlich etwas zu berichten gäbe. Das ist dann wiederum etwas schade, weil sie diese Missachtung angesichts ihrer musikalischen Vielfalt und Originalität nicht verdient haben.



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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn der Hype zu weit geht...
BeitragVerfasst: Mo 23 Apr, 2007 12:10 
Tümpelteich Joe
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triple hat geschrieben:
Ich persönlich halte diese Emilie Autumn für ein ideales Beispiel dafür, wie sehr man es mit einem Hype übertreiben kann.

öhm... wer? Mr. Green
Wenn ein "Format" erfolgreich ist bzw. sich verkauft wie blöde, dann wird eben versucht das wieder und wieder zu bringen. Doch ist das neu?
Nein!
Und an dieser Stelle verweise ich mal auf Faust I von Goethe, Vorspiel auf dem Theater (wer die Reclam Auusgabe hat: S.5, Z. 95ff)
Direktor:
"Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen,
Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.[...]"

Dichter:
"Ihr fühlet nicht, wie schlecht ein solches Handwerk sei!
Wie wenig das dem echten Künstler zieme!
Des saubern Herren Pfuscherei
Ist, merk ich, schon bei euch Maxime."

Genau das ist der Punkt, Kunst vs. Kommerz. Passt zwar nicht ganz zum Thema Hype, hat aber trotzdem damit zu tun, warum manche (wirklich tolle Bands) eher unbekannt bleiben und Müll gefördert wird, der sich leider gut verkaufen wird, einfach weil gewisse Klischees bedient werden. Ob das nun Boybands, Superstars, Gothicfrüchtchen oder sonst was sind, ist dann ja auch schon fast egal, weil die Prinzipien eben immer die selben sind.



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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn der Hype zu weit geht...
BeitragVerfasst: Mo 23 Apr, 2007 14:54 
Piece of Cake
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Minsc hat geschrieben:
Genau das ist der Punkt, Kunst vs. Kommerz.


Dann will ich mal weiter vom Thema abweichen und den Terminus Kunst ansprechen. Wenn von spezieller Musik gesprochen wird und diese nicht den Geschmack eines bestimmten Hörerkreises trift, bellen die Fans hastig, dass das Kunst sei und sich nicht jedem erschließe. Von einem Standpunkt betrachtet mag das sogar auf manches zutreffen, aber selbst Bands wie Nurse with Wound (Avantgarde... *Kopf schüttel*) haben ihre Fanbasis, die jedes Widerwort mit dem immer gleichen Argument abwehren: ''Das ist Kunst, davon verstehst du nichts!'' - etwas, das ich noch nie nachvollziehen konnte.



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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn der Hype zu weit geht...
BeitragVerfasst: Mo 23 Apr, 2007 16:10 
Tümpelteich Joe
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Kunst ist einiges - bis es zu vielen gefällt, dann nennt man das naserümpfend Mainstream und hasst es natürlich. Mr. Green



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 Betreff des Beitrags: Re: Wenn der Hype zu weit geht...
BeitragVerfasst: Mo 23 Apr, 2007 17:31 
Nightmare!

Registriert: Mi 28 Feb, 2007 15:06
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Minsc hat geschrieben:
Kunst ist einiges - bis es zu vielen gefällt, dann nennt man das naserümpfend Mainstream und hasst es natürlich. Mr. Green


Genauso sieht's aus. Verkauft eine Black Metal-Band mehr als 10 Alben, brüllt der Underground böse "Sellout!" und wendet sich mit Grausen ab. Früher war Stadionrock wie Bon Jovi oder Aerosmith das grosse Ding, heute findet man in den Stadien eher Linkin Park und Korn. Alles eine Frage des Zeitgeists. Mir ist's egal, ich höre, was mir gefällt - egal, ob Robbie Williams, A-ha oder Slipknot bzw Civil Defiance, Vauxdvihl oder Deadsoul Tribe draufsteht. Und wenn einige ehemalige Kultbands in höhere Verkaufssphären vordringen, freut es mich für sie - wenn der Erfolg zustande kam, ohne dass sie ihren Sound um 180 Grad gedreht haben.


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