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 Betreff des Beitrags: Wird die Fankultur zerstört?
BeitragVerfasst: Sa 19 Apr, 2008 23:11 
Grusel
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Registriert: Di 27 Feb, 2007 1:08
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Ein Thema das ich schon länger beobachte: Was darf man als Fan eigentlich noch?

Im deutschen Profifußball ist eine strenge Regulierung mittlerweile ja leider nichts neues. Rauchbomben und ähnliches, wie sie in vielen Ländern recht beliebt sind, sind verboten. Natürlich kann man diskutieren ob man diese Utensilien wirklich werfen muss, gerade wenn kleine Kinder im Fanblock stehen.
Aber es geht ja weiter. Fangruppen kriegen mittlerweile vor jedem Auswärtsspiel vom jeweiligen Verein Listen, wo draufsteht was man mitnehmen darf und was nichts. Die Größe der Fahnen und Banner wird reguliert, Fahnen mit Doppelhalter sind meist sogar verboten. Die Anzahl der Trommeln und anderen Krachmacher ist streng reguliert.
Macht so etwas noch Spaß?

Aber nicht nur in Deutschland ist das so. Auch die USA wo Entertainment ja nun zum Sport gehört, wird immer langweiliger.
In der NHL gab es heute eine Meldung vom General Manager, es betrifft die Detroit Red Wings und deren Tradition. Fans werfen dort in den Playoffspielen öfter mal Oktopusse aufs Eis und der Eismanager rennt dann dahin und wedelt das Ding noch rum um die Fans anzutreiben. Eine Tradition, die es mittlerweile dort seit 1952 und nahezu einzigartig in der NHL ist. Über 50 Jahre hat das niemanden gestört. Bis heute und folgende Aussage, kann durchaus Angst machen:
"We feel these items give an unfair advantage to visiting teams, and do nothing other than to excite the home fans. It's ruining parity, and the NHL and its BoG wants to keep the playing field as level as possible."
Was so viel bedeutet wie "Am besten sollte es komplett ruhig im Stadion sein, die Heimfans können der Heimmannschaft ja einen Vorteil durch Anfeuerung verschaffen" :hihi:

Wird der Profisport irgendwann so enden wie Tennis? Wo die Zuschauer ruhig auf den Plätzen sitzen und allenfalls nach einem Ballwechsel 10 Sekunden Klatschen dürfen, ehe sie vom Stadionsprecher zur Ruhe ermahnt werden?



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 Betreff des Beitrags: Re: Wird die Fankultur zerstört?
BeitragVerfasst: So 20 Apr, 2008 1:16 
Tümpelteich Joe
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Registriert: Di 27 Feb, 2007 1:58
Beiträge: 3085
Tennis ist eher wie Snooker vielleicht oder Schach eine Sport(?)art, wo es sehr auf die Konzentration ankommt, man kann das nicht so mit Fußball und ähnlichem vergleichen.

Nun zum Thema:
Ich beobachte das hier ja auch immer wieder, keine bengalischen Feuer usw. Sieht man Spiele, sagen wir aus Mailand oder wo immer, in den Fanblocks bengalische Feuer und es heißt "einzigartige Stimmung" vom Reporter.

Fans dürfen ihre Karte kaufen, gefälligst Wurst und Bier verzehren, die Mannschaft anfeuern. Sie dürfen nicht Gegner beschimpfen, über Preise aufregen, Druck auf die Mannschaft aufbauen durch Erwartungshaltung. Stimmung teilweise vom Band in manchen Stadien, vielleicht sollte man sie generell vom Computer generieren lassen... Rolling Eyes

Ein Umbruch ist zu erkennen. Hier gehen die traditionellen Fans ins Stadion, die 67 schon dabei waren oder die Bundesligazeit mitgemacht haben. Und jüngere Fans, aus einer Zeit in der Fußballer quasi Popstars sind. Stadien sind fast ausschließlich für Fußball und heißen Veltinsarenen. Mannschaften werden durch Sponsoring aufgebaut, gern mal auch ohne Fans. Schweini ich liebe dich.

Jüngst gab es in der allseits beliebten Nachbarstadt ein Interview mit Magath in dem er gesagt hat, dass die Stimmung im Wolfsburger Stadion, pardon, der Volkswagen-Arena so mies sei, selbst zu großen Mannschaften wenige Fans kommen und der Zuschauerschnitt kaum höher ist als bei einem Drittligisten in der Nähe. Mr. Green Und dass er nun verstehen könne, warum manche Spieler nicht zu Golfsburg wechselten - wegen der Stimmung.

Tja, Tradition ist nicht kaufbar. Auch und gerade bei den Fans. Und bei allen Umbrüchen sollte man das berücksichtigen. Nicht den Fan entmündigen. Und die Worte vom Hoeness sind uns ja auch noch in den Ohren - wer bringt denn das geld? genau, die VIP Loge. Der Trend geht zur Handyanfeuerung - Klingeltöne als Fangesang. :hihi:

Wird die Fankultur zerstört?
Wenn es so weiter geht wie zur Zeit und das so weiter beibehalten wird, denke ich schon.
Fan sein ist feiern, Fan sein ist leiden - und wer kein Anhänger einer Mannschaft ist und das alles nicht verstehen kann, sollte unbedingt mal "Fever Pitch" von Nick Hornby lesen.

Denn Fußball ist nicht nur Niederlagen schön reden und auch zehnte Plätze feiern wenn man Meister werden wollte. Schlimmer geht immer - Party on...

(Nichts dagegen, dass man stolz darauf sein darf zweiter oder dritter zu sein, den Klassenerhalt geschafft zu haben oder ähnliches und dann natürlich zurecht feiert.)

ShadowAngel hat geschrieben:
Was so viel bedeutet wie "Am besten sollte es komplett ruhig im Stadion sein, die Heimfans können der Heimmannschaft ja einen Vorteil durch Anfeuerung verschaffen" :hihi:

So etwa bringt das die Situation auf den Punkt. :hihi:

Denn wenn sich Spieler einer Mannschaft nach lustlosen Leistungen und Niederlagen in Folge hinstellen und beschweren, dass die Fans so scheiße sind und sie das nicht verstehen können, oder dass sich ein Löw nach dem schwachen Spiel gegen Tschechien hinstellt und sich beschwert, warum die Fans, die mal eben für 50€ aufwärts eine lustlose, emotionslos schwache Vorstellung gesehen haben, pfeifen, das ist schwer nachvollziehbar.

Und vielleicht auch ein Zeichen für den Wandel der Fankultur.



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 Betreff des Beitrags: Re: Wird die Fankultur zerstört?
BeitragVerfasst: Di 17 Jun, 2008 21:12 
Nightmare!
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Minsc hat geschrieben:
Tennis ist eher wie Snooker vielleicht oder Schach eine Sport(?)art, wo es sehr auf die Konzentration ankommt, man kann das nicht so mit Fußball und ähnlichem vergleichen.


hey du willst doch nicht die snookerstimmung kritisieren ;-) , das ist toller sport und wenn man die letzte wm gesehen hat, dann hat das auch ne tolle stimmung, da herrscht zwar vor und beim stoßen ruhe, aber umso emotionaler finde ich die reaktion im publikum wenns ein guter versuch oder ne geschickte save war
und umso cooler kommt dann hier und da ein vereinzelter "ronnie" (osullivan) ruf
da kann kommt nur noch dart (taylor vs van barneveld) ran lol

zur kontrolle in fußballstadien... hmm wenn ich mir so die begleitaktionen zu lok leipzig, bfc dynamo, dynamo dresden spielen vor augen führe find ich "beschneidung der fankultur" schon ok


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird die Fankultur zerstört?
BeitragVerfasst: Mi 18 Jun, 2008 0:32 
Tümpelteich Joe
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Registriert: Di 27 Feb, 2007 1:58
Beiträge: 3085
jan hat geschrieben:
hey du willst doch nicht die snookerstimmung kritisieren ;-)

Das war keine Kritik, nur der hinweise, dass die Stimmung bei Snooker anders ist. ich mag snooker ja auch sehr gern, auch wenn Jimmy Whites Zeit wohl vorbei ist. o'Sullivan ist klasse - und die Sportler nach wie vor in Hochform. Genial, dass ein Hendry noch so dabei ist Smile



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